Stgt-Vaihingen - Christkönigskirche

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Vorbemerkung:
In der Literatur und auf im Internet findet man fast jede im Deutschen mögliche Schreibweise der Christkönigskirche. Ich übernehme hier die Schreibweise aus der Homepage der Kirchengemeinde, in der Annahme, dass dies die jüngste, verbindliche ist.

Dort ist eine kurze Kirchengeschichte notiert (Autor U. Wagner):
"Die Christkönigskirche in Stuttgart-Vaihingen wurde in schwerer Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, kurz nach der Inflation, ein Jahr nach Errichtung der Pfarrei, nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Regierungsbaumeister Dr.-Ing. Alfred Schmidt in den Jahren 1927 / 1928 erbaut. Von den zehn von ihm gebauten Kirchen ist die Christkönigskirche in Vaihingen seine erste und berühmteste und wird allgemein zu seinen besten Kirchenbauten gerechnet.
Die Kirche, in der sich etwa 400 Sitzplätze befinden, ist 18 Meter breit, 35 Meter lang und 16,50 Meter hoch. Die Gewölbekonstruktion, auch Zollingergewölbe genannt, hat eine freie Spannweite von 14,50 Meter und erreicht im Scheitel eine Höhe von 11,50 Meter. Der Turm misst bis zur Spitze des vergoldeten Kreuzes 33 Meter.
Am 18. März 1928 wurde die Kirche von Bischof Johannes Baptista Sproll geweiht und erhielt als erste Kirche in der Diözese Rottenburg den Titel „Christus König“. Während sie damals weit außerhalb des Vaihinger Zentrums lag, ist sie heute längst von der Bebauung und dem Verkehr eingeholt worden und ist zusammen mit der evangelischen Stadtkirche und dem Rathaus ein Wahrzeichen Vaihingens. Kirche und Pfarrhaus stehen heute unter Denkmalschutz."

Zwei Broschüren geben umfangreich Auskunft:
1983 zum 60jährigen Jubiläum und Abschluß der großen Renovierung erschien "Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen". Darin u.a. "Die Christ-König-Kirche aus baugeschichtlicher Sicht" von Dr. Norbert Bongartz - hier zum Download [30 KB] .

Mit "Kunst in Christ-König" ist ein Beitrag überschieben, den Dieter Groß und Gerhard Schmidt verfasst haben. Aus diesem Text wird in Abschnitten an den jeweiligen Bild-Stellen zitiert.

Der Kirchenführer aus dem Jahr 2003 ist überschrieben mit "Christus König Stuttgart-Vaihingen" und im Pfarrbüro erhältlich. Der Erwerb sei nachdrücklich empfohlen, findet man dort doch nahezu alles Wichtige zur Kirche und den Kunstwerken.
Veränderungen nach 2003 sind hier in der Folge aufgezeigt, so u.a. die dort beschriebenen Kreuzwegstationen. Sie wurden zwischenzeitlich durch einen neuen Zyklus ersetzt. Details dazu siehe unten.

Zum (erst im 20. Jahrhundert eingesetzten) Christkönigsfest Informationen auf Wikipedia.

Bislang keine Informationen auf www.kirchbau.de

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Kreuz an der Rückwand des Chores (mit den Marterwerkzeugen) Dies sollte die letzte Station eines Kreuzwegs werden, der jedoch nicht realisiert wurde.

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Der im Jahre 1927 gelegte Grundstein der Kirche war nicht aufzufinden, um die Erinnerung an den für die Geschichte unserer Kirche und das Leben der Gemeinde so wichtigen Tag der Altarweihe zu bewahren, haben wir an der Schwelle zur Kirche ein kunstvolles Mosaikbild einlegen lassen. Es zeigt Christus den König. Jeder Besucher des Gotteshauses wird dieses Bild beachten, ja es betreten müssen, sei es der Bischof beim festlichen Weihegottesdienst oder der stille Beter während der Woche. Jesus sagt: »Ich bin die Tür« (Joh. 10,7), und der Apostel schreibt: »Ihr seid Gottes Bau. Das Fundament ist gelegt: Jesus Christus« (1 Kor. 3).

Otto Habel:
Anstelle eines nicht vorhandenen Grundsteines habe ich im Mittelgang hinten ein Fußbodenmosaik in Naturstein und Gold mit darunter eingefügter Grundsteinkassette angefertigt. Dargestellt ist der segnende Christus mit Alpha und Omega und den Jahreszahlen 1928-1983. Teilweise in Material und farblich ist eine Beziehung zum Chorwandbacksteinmosaik hergestellt.«

Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“

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Chorschulter / Chor / Altar / Orgel in der heutigen Gestalt

Um zu verdeutlichen, wie sehr zunächst 1983 und dann nochmals nach 2003 die Christuskönigskirche verändert wurde, hier zum Vergleich mit obigem Bild (heutige Gestalt) ein Foto aus der Zeit vor dem Umbau 1983 (Quelle: Scan aus der Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“) sowie (Scan) aus dem "aktuellen" Kirchenführer von 2003.

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Vor der Neugestaltung 1983 Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983"

Man beachte
links ein Josefs Altar, Kanzel am Chorbogen, Altar & Hochaltar, Chorrückwand ungestaltet, Ambo, rechts in der Nische: Gruppe um den Hl. Petrus Canisius

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Nach der Erneuerung 1983 Quelle: Kirchenführer

Man beachte
nun links in der Nische: Gruppe um den Hl. Petrus Canisius
Kanzel am Chorbogen & Hochaltar entfernt, Chorrückwand gestaltet
Neu: Altar, Ambo, Taufstein (links kaum sichtbar), Orgel rechts
Neu: Spätbarocke Figurengruppe "Thronende Madonna auf Wolken" (links) und Heiliger Josef" (rechts)
Auf der linken Seite sind noch die letzten Kreuzwegstationen von Wahl zu sehen

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Chorschulter / Chor / Altar / Orgel in der heutigen Gestalt

Man beachte
Nische links mit der Gruppe um den Hl. Petrus Canisius entfernt, dafür "Pfingstbild - Feuerzungen" des Malers Dieter Groß, welcher auch den neuen Kreuzweg gestaltet hat.
Spätbarocke Figurengruppe "Thronende Madonna auf Wolken" (links) und Heiliger Josef" (rechts) entfernt.

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Chorbogen

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Taufstein (Alfred Appenzeller)

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Taufbecken / Feuerzungen

Gegenüber dem Ambo, vor dem linken Seitenaltar, ist der Ort der Taufe. Auch hier wird der Standort im Fußboden und durch die Stufenform hervorgehoben: Die untere Stufe wölbt sich halbkreisförmig in den Raum. Die 2. Stufe nimmt die Kreisform im Negativ wieder auf. Im Mittelpunkt steht der Taufstein, eine schlichte runde Form, einem Brunnen ähnlich. Die Oberfläche ist aufgerissen, verwandt der Gestaltung von Altar und Ambo. Die Male - Risse - Aufwölbungen können als Zeichen zur Taufe gesehen werden.
Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“

Anmerkung: Der "Seitenaltar" wurde ersetzt durch das Bild von Dieter Groß "Feuerzungen".

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Feuerzungen (Dieter Groß)

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Altar (Alfred Appenzeller)

Der neue Altar ist in seiner blockhaften Form im Bereich der Standfuge eingeschnürt und dadurch wieder optisch leichter und in sich geschlossen. Der Fries im Altar trennt, ja reißt die Form wieder an. Es werden so zwei Teile, die ineinandergreifen, der Opferstein des alten Bundes eng verzahnt mit dem neutestamentlichen Tisch des Mahles der Gemeinschaft.
Auf der rechten Seite, dem neuen Altar zugeordnet, ist der Ort der Verkündigung. Besonders ausgebildet sind hier die Stufen als Gegenform zum Hohlprofil des Chorbogens; aus diesen Stufen heraus wächst der Ambo. Die Formen sind einfach, doch eigenständig und stehen wieder in Bezug zum Altar.
Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“

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Ambo (Alfred Appenzeller)

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Osterkerze

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Orgel (aus der Werkstatt Winfried Albiez)

Informationen zur Orgel

Zur Orgelgeschichte:
Das Instrument in der Kirche Christus König ist eine Modellorgel des berühmten Lindauer Orgelbauers Winfried Albiez aus dem Jahr 1983. Ursprünglich wurde sie für die Kath. Kirche St. Martin in Wangen/Allgäu gebaut. Seit 1986 befindet sich die Orgel in Stuttgart-Vaihingen.

Orgel-Disposition

Manual I Manual II Pedal
Praestant 8´
Oktav 4´
Quinte 2 2/3´
Terz 1 3/5´
Mixtur 4f 1 1/3´
Gedeckt 8´
Koppelflöte 4´
Prinzipal 2´
Sifflöte 1 1/3´
Subbaß 16´ (als Einhängetritt)

Koppeln: II/I, I/P, II/P

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Friedrich Thuma
wurde am 6.11.1873 in Biberach an der Riß geboren. Bereits im Jahre 1882 verstarb sein Vater, der Bildhauer und Altarbauer Friedrich Thuma sen.
Der Sohn trat sehr früh in die Fußstapfen des Vaters, denn auch er erlernte das Bildhauerhandwerk in Oberammergau und studierte an der Akademie in München bei Balthasar Schmitt und in Stuttgart bei Donndorf und Habich.
...
Ausdrücklich wird in jenem Künstler-Lexikon auf die im Jahre 1928 gefertigte Christusfigur (aus Bronze gegossen und vergoldet) in der Christkönigskirche in Vaihingen/Filder hingewiesen. Im zentralen Blickpunkt des Chorraumes erhebt sich überlebensgroß »Christus als Weltenrichter«. .
...

Otto Habel
geboren 1922 in Proschwitz, in der heutigen CSSR, begann seine Ausbildung in der Glasfachschule in Haida. Später besuchte er die Akademien in München, Prag, Dresden, Berlin und Stuttgart. Die Vielfalt seiner künstlerischen Tätigkeit ist nicht einzugrenzen auf Malerei und Bildhauerei, sie umfaßt überdies Arbeiten in Glas, Mosaik, Bronze, Aluguß und Kunst am Bau. In vielen öffentlichen Gebäuden und in über 120 Kirchen und Gemeindezentren finden wir seine Werke.
...
Über seine Arbeit in Christkönig sagte Otto Habel:
»Der Entwurf für die Ausführung der Chorwand ist das Ergebnis eines Wettbewerbs im Sommer 1980. Ausgangsidee war das wieder zu verwendende Kreuz, die rautenförmige Deckencharakteristik und vor allem die Materialverwendung und Gestaltung an Hauptaltar und den Seitenaltären. Mir schwebte eine Wandgestaltung mit verschiedenfarbigen handgeformten Backsteinen vor. Die Gestaltung mußte auch einen Rahmen für das wieder zu verwendende Kreuz bilden. Der Dialog zwischen Mensch und Objekt soll durch die zentrale Zuordnung zum Kreuz führen und kann sich durch die wiederholende Betonung von balkenartigen Formen geradlinig ohne störende Elemente einspielen, zudem führen die betonten Zackenformen hin zum Patroziniumsthema Krone, Christ König.
Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“

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Christus als Weltenrichter (Friedrich Thuma 1928)

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Tabernakel

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Chor-Decke

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Chorfenster 1 (Otto Habel) Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wandelt nicht in Finsternis

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Chorfenster 2 (Otto Habel) sondern wird das ewige Leben haben.

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Vortragekreuz aus dem Jahr 1902

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Blick vom Chor nach Westen

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Blick in die Gefallenenkapelle in der südwestlichen Ecke, mit der Pietà von Vinzenz Schapfl

Vinzenz Schapfl
geboren am 26.11.1892 in Schönberg bei Innsbruck in Tirol, widmete sich nach dem Grundstudium besonders der Bildhauerei. Er war Schüler von A. Volkmann in Karlsruhe.
Für unsere im Jahre 1928 eingeweihte Christkönigskirche bekam er den Auftrag, einer der Seitenaltarnischen eine geeignete Pietà einzufügen. Diese schwierige Aufgabe gelang ihm recht einfühlsam und eindrucksvoll.
Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“

Anmerkung: Die Pietà steht heute in der rückwärtigen Gefallenenkapelle.

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Glasfenster & Antoniusbild (Nordwestecke)

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Ein neuer Kreuzweg

Nach der letzten Renovierung (2009) hatte der Kirchengemeinderat beschlossen, den ehemaligen Kreuzweg nicht wieder anzubringen. Die Stationen I - VII waren 1942 - 1944 von Friedrich Thuma gestaltet, vollendet wurde er 1952 durch den Stuttgarter Bildhauer Wahl (Stationen VIII - XIV).
Mit der Schaffung eines neuen Kreuzwegs wurde schließlich der Künstler Dieter Groß beauftragt, dessen 'Werk im Herbst 2012 der Kirchengemeinde übergeben werden konnte. Hierüber berichtet Alexandra Kratz in den Stuttgarter Nachrichten vom 26.11.2012

Anmerkung: Dieter Groß folgt nicht genau dem "Kanon" des Kreuzwegs, fügt Bilder ein vor Pilatus (sonst 1. Station) und überspringt später einige Szenen. Daher sind die Bilder hier nicht nummeriert.

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Blick zur Westempore mit dem großen Glasfenster

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Über seine Arbeit in Christkönig sagte Otto Habel:
...
»Bereits 1958 habe ich in dieser Kirche die Chorfenster (Gestaltung mit Schrift) und das Emporefenster ausgeführt. Dieses wurde eine figürliche Gestaltung mit thematischer Anlehnung an das Patrozinium mit Ortsbezeichnung als Orgelempore. Inmitten der 4 Wesen (Schöpfung) ist der thronende Christus mit Königsinsignien: Krone, Zepter und Erde zu Füßen des Thronenden dargestellt. Darunter ist links König David mit der Harfe als alttestamentliche Thematik und rechts bläst ein Engel die Posaune zur Ankunft des endzeitlichen Christ-Königs. Die Feuerzungen auf weißen Flächen sollen die endzeitliche Erwartung der Gemeinde andeuten.«
Quelle: Broschüre „Erneuerte Kirche Christ-König Stuttgart-Vaihingen 1983“

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Stuttgart-Vaihingen - Impressum

Katholische Christkönigskirche fotografiert am 23.04.2013
(c) 2014 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht am 19.01.2014

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