Feuersee · Johanneskirche Ansicht aus dem Jahr 1900

Stuttgart - Johanneskirche

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Stuttgart - Johanneskirche

Die Johanneskirche Stuttgart wird in der Fachliteratur als das bedeutendste Kirchenbauwerk des 19. Jahrhunderts in Stuttgart bezeichnet. War sie doch die erste Kirche, die in der Stadt nach der Reformation gebaut wurde - als Ergänzung zu den drei Hauptkirchen (Stifts- & Hospitalkirche, St. Leonhard).
In dem fast 1000 Seiten umfassenden Kompendium "Der evangelische Kirchenbau im 19. Jahrhundert - die Eisenacher Bewegung und der Architekt Christian Friedrich von Leins" von Eva Maria Seng wird die Johanneskirche auf über 150 Seiten (S. 535 bis 687) mit zahlreichen Abbildungen (294 - 319) gewürdigt. (1995 im Ernst Wasmuth Verlag Tübingen/Berlin erschienen).

Einen raschen Überblick gibt der Kirchenführer, der im Jahr 2000 erschienen ist und von Thomas Schall verfasst wurde. Mit vielen Bilder. 42 Seiten. In der Kirche erhältlich.

Sehr informativ und höchst lesenswert ist der Fest-Vortrag von Dr. Norbert Bongartz Zur Baugeschichte der Johanneskirche [55 KB] , den er am 25.04.1976 zum 100-jährigen Jubiläum gehalten hatte und dankenswerterweise für die Website hier überarbeitet hat.


Auch die Informationen im Internet zeugen von der Bedeutung der Kirche:

"Die 1865 – 1876 von dem Architekten Christian Friedrich von Leins erbaute Johanneskirche ist eines der zentralen Gebäude der Kirchenbaukunst des 19. Jahrhunderts.
Die neugotische Kirche ist Stuttgarts erster Kirchenneubau nach der Reformation.
Der Turm war ursprünglich 66 m hoch.
Turm und Kirchenraum wurden durch Bombenangriffe in den Jahren 1943 und 1944 schwer zerstört.
Beim Wiederaufbau wurden das Gewölbe im Kirchenschiff, aber auch die Turmspitze nicht wieder hergestellte. Das hatte zunächst finanzielle Gründe. Heute aber verstehen viele vor allem den Turm als ein Mahnmal gegen den Krieg. Zuallererst aber ist die Johanneskirche ein Ort, an dem Gottesdienst gefeiert werden und zahlreiche Konzerte erlebt werden können."
Quelle: Website der Kirchengemeinde

"Die evangelische Johanneskirche wurde von 1864 bis 1876 im neugotischen Stil vom Architekt Christian Friedrich von Leins erbaut und liegt idyllisch auf einer Halbinsel im Löschteich Feuersee. Sie war der erste nachmittelalterliche Kirchenneubau in Stuttgart und ist ein typisches Bauwerk des Historismus, dessen Vorbild die französische Hochgotik war.
Die Johanneskirche wurde im 2. Weltkrieg schwer getroffen und danach von 1948 bis 1966 wiederaufgebaut. Die fehlende Spitze, die beim Wiederaufbau durch eine Plattform mit Brüstung ersetzt wurde, gilt auch heute noch als Mahnmal gegen den Krieg."
Quelle: StadtWiki Stuttgart

"Rund 45.000 evangelische Bürger zählte Stuttgart in der Mitte des 19. Jahrhunderts, doch gerade mal 10.000 Plätze gab es in den Stadtkirchen. Eine neue Kirche musste her. Die Kirchenleitung gab sich zurückhaltend, da sammelte der "Stuttgarter Kirchenbau-Verein" eine Million Gulden und ließ am Feuersee die Johanneskirche mit 1.300 Sitzplätzen bauen. 660 Pfähle aus dem neuen Baustoff Beton ließ der Architekt Christian Friedrich Leins zuvor in den See rammen. 1876 wurde der "Dom des Westens" eingeweiht. Die Ansicht über den Teich hinweg erinnert an romantische Gemälde von Caspar David Friedrich oder Karl Friedrich Schinkel. Obwohl der neugotische Bau äußerlich stark an seine französischen Vorbilder erinnert, orientiert er sich innen an den Bedürfnissen des evangelischen Predigtgottesdienstes: Zentralraum, ansteigende Emporen, weit herunterreichende Fenster, beste Seh- und Hörbedingungen in Richtung Kanzel und Altar.
1943/44 wurde die Johanneskirche bei Bombenangriffen schwer beschädigt und nach dem Krieg bis auf den Turm wiederhergestellt. Professor Rudolf Yelin schuf 1969 die Kirchenfenster. "
Quelle: Website der Evangelischen Kirche in Stuttgart

"Der so genannte Feuersee in der Innenstadt von Stuttgart stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde ursprünglich als Wasserreservoir für die Stadt errichtet. Er sollte die baden-württembergische Metropole insbesondere in Kriegs- und Krisenzeiten unabhängig von der Wasserversorgung von außen machen und somit die Bevölkerung schützen.
Heute ist der See für seine Vielfalt an Fischen bekannt, darunter Karpfen, Hechte, Barsche und Rotaugen. Da die Fischpopulation im Feuersee so groß ist, wird diese jedes zweite Jahr komplett abgefischt und die Fische anschließend auf verschiedene Gewässer und Seen in Parks in und um Stuttgart verteilt. In ihren neuen Gewässern erhalten sie dann zunächst eine gewisse Schonzeit, bevor sie gefangen und anschließend als Speisefische verzehrt werden dürfen.
Eine besondere Attraktion am Feuersee ist die evangelische Johanneskirche, die im neugotischen Stil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Kirche befindet sich auf einer Halbinsel im See und ist heute das Ziel vieler Touristen aus der näheren und fernen Umgebung. Das Besondere an ihr ist die fehlende Turmspitze. Die Geschichte dahinter: Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark beschädigt, woraufhin man sie nach Kriegsende zwar komplett wieder aufbaute, die zerstörte Turmspitze jedoch weiterhin fehlen ließ. Somit dient die Johanneskirche im Feuersee heute als Mahnmal gegen Kriege aller Art auf unserer Welt und wird auch oft als „Kirche ohne Spitze“ bezeichnet."
Quelle: Website Stuttgart Informationen

Informationen auch auf der Website von KIDOK (Kirchenbaudokumentationsbüro)

Informationen und Bilder auch auf www.kirchbau.de

Grundsteinlegung 1866

Am 30.10.1866 fand die Grundsteinlegung statt. Zu diesem Anlass wurde eine Broschüre gedruckt, die in der Landesbibliothek Stuttgart einzusehen ist und für die Website hier gescannt und zum Download bereitgestellt wird. Die nachfolgend gezeigten Zeichnungen und Grundrisse der Kirche sind dieser Broschüre entnommen.

Die Feier zur Grundsteinlegung der St. Johannes-Kirche in Stuttgart am 30. Oktober 1866
Kurzer Rückblick auf die Thätigkeit des Kirchbauvereins in den Jahren 1858 - 1866 (S. 3 )
Feier der Grundsteinlegung: Motette von J. Faißt / Rede von Stadt-Dekan Gerok (S. 5)
Choral (S. 10)
Rede des Oberbürgermeisters Sick (S. 11)
Ansprache des Vereins-Vorstandes, Kaufmann Georg Gutbrod (S. 11)
Urkunde für den Grundstein... (S. 12)
Gebet von Prälat Dr. Kapff, Stiftsprediger (S. 15)
Beschreibung der St. Johannes-Kirche [926 KB] nach dem Entwurfe von Oberbaurath G. Leins. Mit Holzschnitten

* * *
Die "Beschreibung" ist höchst lesenswert, da in ihr auch die anderen drei Hauptkirchen Stuttgarts (Stifts-, Hospital- & Leonhardskirche) ausführlich dargestellt werden.

Auch die Scans aus der Broschüre sind durch Klick ins Bild 2 x vergrößerbar

Die den Zeichnungen zu Grunde liegenden Maßstäbe sind Angaben in Fuss.
Lt. Wikipedia betrug in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Württemberg 1 Fuss = 28,649 cm - 100 Fuss sind also ca. 28,65 m

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Aussen

Rundgang um den Feuersee / die Kirche . Beginnend beim Hauptportal / Nordseite (Blick aus der Johannesstraße), dann entgegen des Uhrzeigersinns. Danach Details an Portal und Gemäuer.

Die Johanneskirche auf der Halbinsel im Feuersee ist - insbesondere der Straßenachse der Johannesstraße folgend - nach SüdSüdOst gerichtet. In manchen Schriften wird die Turmfassade / der Haupteingang als Westseite bezeichnet / der Chor als im Osten liegend. Dies ist m.E.n. nicht richtig. Eher könnte man beim Turm von der Nordseite sprechen, da - gefühlt - der Stuttgarter Norden in der Verlängerung der Johannesstraße liegt.

Seitenanfang ··· >1 Innen · Grundriss, Eingangshalle


Stuttgart - Johanneskirche

Stuttgart - Johanneskirche

Nordseite mit Turm und Haupteingang zur Johannesstraße gerichtet

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Stuttgart - Johanneskirche

Stuttgart - Johanneskirche

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Nordfassade · Hauptportal

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Nordfassade · Hauptportal Trumeaupfeiler mit Namenspatron

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Johannes (Apostel & Evangelist) mit seinem Symbol "Adler"

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Johannes (Apostel & Evangelist) Schriftband: "Offenb. Johannes"

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Westportal

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Chorstrebepfeiler

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Ostportal

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Innen (1)

Grundriss
Eingangshalle

Seitenanfang ··· > Innen (2) · Schiff, Vierung, Skulpturen

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Stuttgart - Johanneskirche

Stuttgart - Johanneskirche

Schriftband oben links: Grundsteinlegung 30. Okt. 1866
Schriftband oben rechts: Einweihung 30. April 1876
Linke Seite: Namen Vorstand & Baumeister
Rechte Seite: Namen der ausführenden Firmen

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Eingangshalle Schlussstein Kirchenbauverein gegründet Anno Domini 1858

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Aufgang zur Orgelempore

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Eingangshalle · Glasfenster

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Innen (2)

Schiff
Vierung mit Kanzel, Altar und Taufstein
8 Skulpturen in der Vierung: Die vier Evangelisten, Jesaja, David, Mose & Johannes der Täufer

Seitenanfang ··· > Innen (3) · Chor, Seitenkapellen, Glasfenster 

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Hauptschiff

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Hauptschiff

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Linkes Seitenschiff

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Rechtes Seitenschiff

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Blick linke Seite / Emporen nach Südosten

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Blick rechte Seite / Emporen nach Südwesten

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Blick in die Vierung mit Taufstein nach Südosten

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Blick in die Vierung mit Kanzel nach Südwesten

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Martin Luther (Kanzelkorpus)

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Martin Luther (Detail)

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Altarfuß

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Taufstein

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In der Vierung Blick nach Nordosten

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In der Vierung Blick nach Osten

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In der Vierung Blick nach Westen

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In der Vierung Blick nach Nordwesten

Skulpturen in der Vierung

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Innen (3)

Chor & Seitenkapellen links / rechts
Glasfenster, Crucifix, Beweinung

Seitenanfang ··· > Innen (4) · Orgelempore, Orgel, Paulus & Petrus

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Stuttgart - Johanneskirche

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Blick in den Chor

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Blick in den Chor

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Chor Kapellenumgang innen

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Chorfenster links

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Chorfenster Mitte

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Chorfenster rechts

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Glasfenster Seitenkapelle links Symbole der vier Evangelisten

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Glasfenster Seitenkapelle links oben XP (griech.) Christus

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Glasfenster links oben Symbol Evangelist Matthäus: knieender Mensch

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Glasfenster links unten Symbol Evangelist Markus: Löwe

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Glasfenster rechts oben Symbol Evangelist Johannes: Adler

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Glasfenster rechts unten Symbol Evangelist Lukas: Stier

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Crucifix

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Beweinung Seitenschiff rechts

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Glasfenster Seitenkapelle rechts Das große Abendmahl

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Das große Abendmahl

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Stuttgart - Johanneskirche

Stuttgart - Johanneskirche

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Innen (4)

Blick nach Norden, Orgelempore, Orgel
Paulus & Petrus

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Stuttgart - Johanneskirche

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Paulus links des Ausgangs

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Petrus rechts des Ausgangs

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Orgel

Informationen zur Orgel

Die alte Orgel wurde 1876 von Carl Gottlieb Weigle erbaut und ist auf der Website dort genau dokumentiert. Sie war sehr berühmt, wurde im 2. Weltkrieg größtenteils vernichtet und in verschiedenen Schritten ab 1948 wieder aufgebaut.

Im Jahr 2005 durch die Firma Mühleisen grundlegend restauriert.

Orgel-Disposition

HAUPTWERK, MANUAL I C-g’’’ POSITIV, MANUAL II C-g’’’ SCHWELLWERK, MANUAL III C-g’’’ Pedal
Prinzipal 16'
Quintatön 16'
Prinzipal 8'
Gedackt 8'
Gemshorn 8'
Salicional 8'
Oktave 4'
Nachthorn 4'
Quinte 2 2/3'
Oktave 2'
Mixtur 6 f.
Scharff 3-4 f.
Kornett 5 f.
Fagott 16'
Trompete 8'
Klarine 4'
Lieblich Gedackt 8'
Spitzflöte 8'
Prinzipal 4'
Rohrflöte 4'
Oktave 2'
Quintflöte 1 1/3'
Schweizerpfeife 1'
Scharff 4 f.
Sesquialter 2 f.
Krummhorn 8'
Pommer 16'
Prinzipal 8'
Flöte 8'
Quintatön 8'
Dulcian 8'
Oktave 4'
Blockflöte 4'
Querflöte 4'
Nasat 2 2/3’
Oktave 2'
Gemshorn 2'
Terzflöte 1 3/5’
Sifflöte 1'
Schreipfeife 3 f.
Mixtur 5 f.
Terzzimbel 3 f.
Dulcian 16'
Oboes 8'
Kontrabass 32'
Prinzipalbass 16'
Violonbass 16'
Subbass 16'
Oktavbass 8'
Flötenbass 8'
Oktavbass 4'
Bauernflöte 2'
Hintersatz 5 f. 4'
Posaune 16'
Trompete 8'
Klarine 4'
Cornett 2'
Basszink 4 f. 5 1/3’

KOPPELN
II/I, III/I, III/II
III/P 4’, III/III 16’ neu!
I/Ped, II/Ped, III/Ped
Zungen einzeln ab, Koppeln einzeln aus Walze,Principal- / Weit- / Zungenchor aus Walze, Handregister / Walze ab, 2 freie Kombinationen + 2 Pedalkombinationen, Pleno, Tutti, Tremulant III.Manual, Walze.

Stuttgart - Johanneskirche

Nordwand - Rosette über der Orgel

Stuttgart - Johanneskirche

Nordwand - Rosette

Stuttgart - Impressum

Evangelische Johanneskirche fotografiert am 22.04.2013
(c) 2013 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht am 20.11. / 19.12.2013

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