Stuttgart - Markuskirche

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Stuttgart - Markuskirche

"Zum 100jährigen Jubiläum der Markuskirche (2008) wurde als Motto ausgewählt: "100 Jahre Markuskirche Stuttgart - Konzertkirche • Mittelpunkt • Baudenkmal". Damit sollte der großen kulturellen Bedeutung Rechenschaft getragen werden, die dieses Gotteshaus von Anfang an hatte und bis heute hat. Im Jubiläumsprospekt heißt es dazu unter anderem:

Konzertkirche
Von Anfang an war die Markuskirche dank ihrer hervorragenden Akustik auch eine gefragte Konzertkirche. Nicht nur die Stellung der Walcker-Orgel – im Angesicht der Gemeinde – und der mächtige steinerne Orgelprospekt, sondern auch der Typus der deutsch-spätromantischen Orgel machten Konzerte in der Markuskirche überaus interessant.... Die Orgel der Markuskirche hat trotz der zahlreichen Veränderungen nie ihren weichen und grundtönigen Charme eingebüßt, der von ihrer romantischen Herkunft rührt. Gerade zur Interpretation spätromantischer Literatur genießt sie auch heute noch einen hervorragenden Ruf. Namhafte Organisten spielten und spielen regelmäßig auf diesem wunderbaren Instrument.
Die Tradition der Kirchenmusik in der Markuskirche besteht vom Zeitpunkt der Gründung an. Es gab eine wöchentliche Stunde der Kirchenmusik („Motette“ genannt), die großen Oratorien wurden von allen kirchenmusikalischen Vereinigungen in der Markuskirche aufgeführt, allen voran Hans Grischkat, dessen Name für Generationen mit der Kirche untrennbar verbunden ist.
Die Konzertreihe „Musik in Markus“ bietet mit zwölf bis sechzehn Aufführungen im Jahr ein Podium für Musik aller klassischen Stilrichtungen. Unter dem Namen „Südmusik“ veranstalten außerdem Musiker, die in unserem Stadtviertel wohnen und arbeiten, jährlich ein abwechslungsreiches Konzertprogramm.

Mittelpunkt
Mittelpunkt ist sie – natürlich – für die Markusgemeinde, aber auch für viele Menschen, die zwar nicht zur Gemeinde gehören, aber gerne hier sind, wenn die Kirche nachmittags geöffnet ist, wenn wir Feste feiern, wenn es Konzerte oder Vorträge gibt. Der Markuslöwe auf dem Dach unserer Kirche ist darüber hinaus fast so etwas wie ein Symbol für unser Viertel im Stuttgarter Süden. Seit langer Zeit ist die Markuskirche auch Heimat der Gehörlosengemeinde in Stuttgart. Im Mittelpunkt weltweit stand die Markuskirche im Oktober 1945, als auf Grund einer Predigt von Martin Niemöller das Stuttgarter Schuldbekenntnis formuliert wurde. Eine Bronzetafel mit dem vollständigen Text ist in der Kirche angebracht. Die Markuskirche liegt im Schnittpunkt des Lehensviertels und des Heusteigviertels und somit im Mittelpunkt von zwei der städtebaulich interessantesten Stadtvierteln Stuttgarts.

Baudenkmal
Der Baumeister Heinrich Dolmetsch (1846–1908) hat mit seinen letzten Kirchenbauten, vor allem der Stuttgarter Markuskirche, das Ende des Kirchenbaus im neogotischen und neoromanischen Stil eingeläutet. Die Markuskirche stand wegweisend sowohl in stilistischer Hinsicht als auch in Bezug auf die konsequente Anwendung des Eisenbetons am Beginn einer weiteren Entwicklung. Dieses Material gestattet die Überdeckung der größten Räume, ohne dass Seitenschub entsteht und macht die Breite des Raumes, anders als der mittelalterliche Gewölbebau, unabhängig von der Höhe desselben. Ein großer Nachteil des Eisenbetons ist an sich die schlechte Akustik. Um diese zu verbessern, hat Heinrich Dolmetsch einen Korkschrotbelag für Wände und Decken entwickelt, der die Schallwellen bricht und den Nachhall erheblich vermindert und steuerbar macht.
Die Anordnung von Altar, Kanzel, Taufstein und Orgel wurde im 19. Jahrhundert immer wieder intensiv diskutiert. Dolmetsch hat diese 'Prinzipalstücke' gleichberechtigt in einer Linie vor dem Chorbogen angeordnet, und darüber hinaus die Orgel mit der Sängertribüne im Angesicht der Gemeinde an die Rückwand des Chores gestellt. Die Kanzel ist mit Reliefintarsien nach einem Entwurf von Rudolf Yelin d. Ä. gestaltet. Kanzelkorb und Rückwand sind doppelwandig und fungieren als Resonanzkörper. Der Schalldeckel und die Brüstung bündeln die Schallwellen genau in die gewünschte Richtung, somit wirkt die gesamte Kanzel wie ein Musikinstrument. Antependium, Altarbehänge, Taufnische und Altargerät sind kunsthandwerklich von besonderer Bedeutung, ebenso wie die eindrucksvolle Ausstattung der Kirche mit Jugendstilelementen. ..

Die Markuskirche ist ein Bauwerk, das stilistisch und liturgisch zu den führenden Beispielen seiner Zeit im Lande zählt, und darüber hinaus auf Grund seiner frühen Eisenbetonkonstruktion sogar europaweite Bedeutung besitzt."
Quelle: Website der Kirchgemeinde

Zum 100jährigen Jubiläum wurde - im Gegensatz zu 50 und 75 - keine "Festschrift" publiziert, sondern ein schöner, ausführlicher und sehr informativer Führer. Erschienen im Deutschen Kunstverlag München Berlin. ISBN 978-3-422-02035-1
Autorin: Ellen Pietrus

Der oben erwähnte Flyer zum Jubiläum 2006 - 2008 steht hier zum Download [1.084 KB] z.V. In ihm findet man - neben Kurzinformationen zu Bau und Gemeinde - auch eine Chronik 1908 - 2008 sowie eine Aufstellung aller ständigen Pfarrer - dort ist zu ergänzen, dass Pf. Roland Martin im Jahr 2011 eine neue Aufgabe in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg übernommen hat und seit Sommer 2012 Dr. Tilo Knapp 1. Pfarrer an Markus ist.

Zum 70jährigen Jubiläum erschien eine umfangreiche Festschrift. Aus dieser sind vier Beiträge hier zum Download [98 KB] übernommen:
Die Markuskirche im Stuttgarter Stadtgebiet (Hansmartin Decker-Hauff)
Die „Denkmalkirche" im Zeichen des Ringens um einen neuen protestantischen Kirchenbaustil (Norbert Bongartz)
Das Stuttgarter Schuldbekenntnis vom 19. Oktober 1945 und die Markuskirche (Albrecht Plag)
Musik in der Markuskirche (Manfred Schreier)

Aus der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum wird dann später an zutreffender Stelle zitiert.

Informationen auf www.kirchbau.de

Fotos auch auf der Website www.kleinekirchen.de

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Außen

 

Blicke auf die Kirche von der Filderstraße, der Neuen & Alten Weinsteige, vom Haigst & Pfaffenweg
Rundgang um die Kirche · Turm · Hauptportal
 

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Stuttgart - Markuskirche

Spielplatz an der Filderstraße

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Südwest-Wand

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vom Haigst (Santiago de Chile-Platz)

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von der Neuen Weinsteige

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von der Neuen Weinsteige

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von der Alten Weinsteige

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Filderstraße

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Fangelsbachfriedhof

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Römerstraße

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Römerstraße

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vom Pfaffenweg

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Turm Obergeschoß: Vier Engel

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Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Glockenmaschinerie im Turmobergeschoß

Rundblick vom Turm

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Blick auf die Kreuzung Filder- / Römerstraße

Turm & Markus-Löwe

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Ausgang zum Friedhof (Nord-Ost-Ecke)

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Nord-Ost-Ecke

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von der Filderstraße

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Sakristeitüre

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Hauptportal

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Hauptportal

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Christuskopf Hauptportal - Scheitel

Stuttgart - Markuskirche

Folget mir nach Mk 1, 17: Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Hauptportal: Kapitelle mit Vogelmotiven

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Innen (1)

 Schiff · Empore


  

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Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Blick von der Empore

Stuttgart - Markuskirche

Blick von der Empore zum Altar

Stuttgart - Markuskirche

Schnitt Quelle: Festschrift 1908/1978

Stuttgart - Markuskirche

Stuttgart - Markuskirche

Blick von der Empore

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Chor mit der Orgel

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Blick zur Empore

Stuttgart - Markuskirche

Blick zur Empore

Stuttgart - Markuskirche

Emporenbrüstung - Detail

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Empore Decke mit Rosette Blick ins Schiff (Decke)

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Empore Decke Rosette

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Empore - Glasfenster

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Empore - Glasfenster Engelsgestalten aus der Offenbarung

Empore Glasfenster

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Blick aus dem Mittelgang Schiff in den Gemeindesaal

Stuttgart - Markuskirche

Eingang Ostseite (innen)

Stuttgart - Markuskirche

Eingang Ostseite (Giebel)

Stuttgart - Markuskirche

Blick aus dem Gemeindesaal ins Schiff, zum Altar

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Innen (2)

 Reliefbilder (R1 - R8) · Glasfenster (F1 - F19) im Schiff · Säulen · Gurtbogen mit Kassetten


 

Die Reliefs in der Markuskirche sind in ihrer Komposition von dem Historienmaler Professor Friedrich Keller erdacht. Sie stellen Szenen aus dem Markusevangelium dar. Ich schaue das Relief mit der Kindersegnung an. Gibt es eine vertrauensvollere Gebärde als die, daß ein Kind sich an das Knie und in die Hand des großen Freundes schmiegt? Ganz nahe hin, so nahe, wie es nur irgend geht. Hier kann ihm nichts zuleide getan werden. In solcher Weise schmiegt sich das Kind an die rechte Seite Jesu, von mir aus links von der Mitte des Bildes gesehen. Der Untertitel des Bildes ist aus Markus 10,13: und sie brachten Kindlein zu ihm!" Die Mütter sind es, die ihre Kinder zu Jesus bringen. Diese Mütter wissen, was für ihre Kinder gut ist.  

Das Kind an der rechten Seite Jesu wird von der Mutter ganz dicht hingeschoben. Es stützt sich mit dem Arm auf Jesu Knie, und Jesus legt die Hand segnend auf das Köpfchen des Kindes. Die Mutter steht mit dem Rücken zu mir, sie ist voll zu Jesus hingewendet, halb im Begriff, auf die Knie zu fallen, und zieht mit der linken Hand ein größeres Kind hinter sich her. Jesus sitzt in der Mitte des Bildes, breit, so richtig ein ruhender Pol inmitten der zu ihm Drängenden. Seine Augen scheinen geschlossen zu sein, so, als ob er nach innen horche. Dort formt sich das Wort: denn ihnen (den Kindern) gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." Die Kinder sind für Jesus das Beispiel des unbefangenen Empfangens, darum des unbefangenen Glaubens. Ihnen kann noch geschenkt werden. Sie haben noch keine Bedenken, ob sie es auch verdient hätten oder ob sie sich revanchieren könnten. Sie lassen sich beschenken und antworten mit Vertrauen. 

Ganz links, am Rand des Bildes, mehr schemenhaft, trägt eine Frau ihr Kind auf dem Arm, hinter ihr steht eine andere Frau und hat, wie in Verwunderung über das unübliche Tun Jesu, die Hände zusammengeschlagen; auf dem Boden vorne sitzend hält eine Frau ihr Kind im Schoß. Auf der rechten Seite des Bildes - von mir aus gesehen - kniet eine Mutter und reicht Jesus ihren Säugling hin, der hält seine linke Hand segnend über dem Kind. Hinter der Knienden steht eine weitere Mutter mit einem Kleinkind auf dem Arm, an der anderen Hand ein etwas größeres Kind mit einem Blumenstrauß, das sich wie schutzsuchend an die Mutter drückt. Die scheint zu zögern. Warum? Im Hintergrund sind Männer zu sehen, nur sehr schattenhaft, kaum herausgearbeitet. Aber die Hände des einen Mannes treten plastisch hervor - abwehrende Hände gegen die Frauen und Kinder. Segnende Hände Jesu - aber abwehrende Hände vielleicht von Frommen, die meinen, daß die anderen nicht fromm genug seien. So steht es in der Bibel: Da es aber Jesus sah, ward er unwillig (über seine Jünger) und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen gehört das Reich Gottes." 

Für mich ist dieses Wort Jesu ausschlaggebend für Gemeindearbeit überhaupt. Menschen aller Altersstufen und aller sozialen Gruppierungen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, alte Menschen, Frauen, Männer, Reiche, Arme, Studierte und Nichtstudierte, alle, die eine Möglichkeit zum Vertrauen suchen und Schutz, Frieden und Wärme und Geborgenheit: Sollten sie nicht alle Platz haben an der Seite Jesu, in der Gemeinde Jesu Christi? Ihnen den Weg dahin leichter zu machen, ihnen etwas von der Liebe Jesu nahe zu bringen - das sehe ich als meinen Auftrag an.               

Helga Karbe
Quelle: Festschrift zum 75jährigen Bestehen 1983 

 

Die Motive der Fenster - von Wolf-Dieter Kohler - sind:

zur Filderstraße (von links nach rechts)
1. Gruppe Schöpfungsansichten und Sündenfall
2. Gruppe Noah
3. Gruppe Abraham

zum Friedhof (von rechts nach links)
4. Einzelfenster (Engel)
5. Gruppe Mose
6. Gruppe David
7. Gruppe Elia  

Quelle: Website der Kirchgemeinde (Bildeinzelbeschreibungen als Bildtitel zugeordnet)
Die Fenster wurden Anfang der 1960er eingesetzt - als Kontrast zur monochromen Ausstattung des Schiffs - und auch bei der grundlegenden Renovierung vor 1978 belassen, obwohl sie (nach meiner pers. Meinung) zur Ästhetik des Kirche wie die Faust aufs Auge passen... 

Anmerkung zu den Säulen (Dr. Norbert Bongartz):

Die Säulen bestehen aus Beton, der mit einem eingefärbten "Vorsatz-Material" veredelt wurde.

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1 Taufe Jesu

Mk 1, 11

Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen

Stuttgart - Markuskirche

2 Segnung der Kinder

Mk 10, 13-16

Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Stuttgart - Markuskirche

3 Das Scherflein der Witwe

Mk 12, 42 - 44

Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das macht zusammen einen Pfennig. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.

Stuttgart - Markuskirche

4 Die Heilung des Gelähmten

Mk 1, 34

Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Gebrechen beladen waren, und trieb viele böse Geister aus und ließ die Geister nicht reden; denn sie kannten ihn.
Auf dem Relief ist irrtümlich Mk 1, 11 als Bibelstelle angegeben - gehört zu Relief 1

Stuttgart - Markuskirche

5 Jesus bei den Sündern

Mk 2, 17

Als das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten

Stuttgart - Markuskirche

6 Die Tempelreinigung

Mk 11, 17

Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.

Stuttgart - Markuskirche

7 Gethsemane

Mk 14, 35+36

Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!

Stuttgart - Markuskirche

Kreuzaufrichtung

Mk 15, 25

Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.

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Glasfenster der Südwand

10 Engel (Einzelfenster)

Glasfenster der Nordwand

Säulen / Kapitelle im Schiff

Gurtbogen & Kasetten

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Innen (3)

 Chor Apsis · Sängerpodium · Orgel

 

 

In der Festschrift 1908 / 1978 hat der damalige Kantor, Manfred Schreier einen großen Beitrag zur Kirchenmusik an der Markuskirche verfasst.
Zusammen mit anderen Beiträgen hier zum Download [99 KB].

Außerdem sei verwiesen auf die Website
www.hermann-keller.org mit einer ausführlichen Darstellung seiner Tätigkeit als Organist an der Markuskirche von 1916 - 1948,

sowie der Darstellung der Tätigkeit von Hans Grischkat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Blick in die Apsis

Orgelprospekt

Im "Orgelstüble" Fotos der früheren Organisten Hermann Keller - Karl Gerok - Herbert Liedecke - Martha Schuster - Volker Lutz - (noch ohne Foto): Andreas Scheufler

Informationen zur Orgel

1908 Erbauung der Orgel durch F. E. Walcker & Cie. (op. 1400)
55 Register auf 3 Manualen und Pedal äußere Konzeption: Heinrich Dolmetsch
1935 Im Zuge der Orgelbewegung: Aufhellung der Disposition
53 Register (davon 10 Transmissionen)
2. Weltkrieg Das Rundfenster hinter der Orgel wird zerstört. Es wird ersetzt durch ein von der Rosenbergkirche geliehenes Farbfenster, das 1955 zurückgegeben werden muss.
  Anstatt das Fenster zu ersetzen, wird die Orgel nach den Plänen von Karl Gerok und Walther Lutz erweitert auf 60 Register durch die Firma Walcker.
1969 Fa. Steinmeyer stellt das Instrument auf elektropneumatische Schleifladen um.
Auf Vorschlag Herbert Liedeckes wird die Disposition bei gleichbleibender Registerzahl verändert.
1977 / 78 Renovierung der Kirche, Rückführung des Raumes, dabei Korrektur der Orgeldisposition und der Intonation durch OBM Diethelm Berner
2000 / 2001 Generalreinigung der Orgel durch OBM Michael Mauch, dabei geringfügige Veränderung der Disposition (Gambe neu, rückt an Stelle der Spitzpfeife, Spitzpfeife ersetzt das Quintatön 8' des IL Man.). Spieltraktur wird elektrisch. Wiedereinbau des Carillon.

Orgel-Disposition

I Hauptwerk C-g3 II Positiv C-g3 III Schwellwerk C-g3 Pedal C-f1
Prinzipal 16'
Quintade 16'
Prinzipal 8'
Gambe 8’
Grobgedeckt 8'
Quintflöte 5 1/3’
Oktave 4'
Feldflöte 2'
Kornett 2fach 2 2/3'
Mixtur 5-6fach 2'
Kleinmixtur 3fach 2/3'
Fagott 16'
Trompete 16'
Tremulant Sololade
Harfenprinzipal 8'
Flöte 8'
Spitzpfeife 8'
Prinzipal 4'
Blockflöte 4'
Oktave 2'
Koppelflöte 2'
Terz 1 3/5'
Quinte 1 1/3'
Oktävlein 1'
Scharff 5fach 1'
Krummhorn 8'
Hautbois 4'
Tremulant
Carillon
Bordun 16’
Prinzipal 8’
Rohrgedeckt 8’
Salizional 8’
Schwebung 8’
Oktave 4’
Nachthorn 4’
Sesquialter 2fach 2 2/3’
Spitzflöte 2’
Schreipfeife 3fach
Mixtur 6fach 1 1/3’
Dulzian 16’
Oboe 8’
Vox humana 8’
Schalmey 4’
Tremulant
Prinzipalbaß 16'
Subbaß 16'
Gedecktbaß 16’ (TM III)
Quintbaß 10 2/3’
Oktavbaß 8'
Gemshorn 8'
Choralbaß 3fach 4'
Waldflöte 4'
Holzflöte 2'
Hintersatz 6fach 5 1/3'
Bombarde 32'
Posaune 16'
Dulzian (TM III)
Trompete 8'
Klarine 4'
Singend Kornett 2'
Tremulant Sololade

Zimbelstern

Koppeln und Spielhilfen:
Koppel II/III · Koppel III/II · Koppel III/I · Koppel II/I · Koppel III/Ped. · Koppel II/Ped. · Koppel I/Ped. · Koppel III/Ped. 4' · Walze
elektronische Setzer mit Diskettenlaufwerk

Herzlichen Dank an Organist Andreas Scheufler für die z.V.Stellung dieser Informationen

Disposition der Orgel von 1908

I. Manual C-g3 II. Manual C-g3 III. Manual C-g3 Pedal C-f1
1. Prinzipal 8’
2. Prinzipal 8’
3. Hohlflöte 8’
4. Viola di Gamba 8’
5. Salicional 8’
6. Nachthorn 8’
7. Gemshorn 8’
8. Bourdon 8’
9. Oktave 4’
10. Rohrflöte 4’
11. Quinte 2 2/3’
12. Oktave 2’
13. Cornett 3-5fach 8’
14. Salicet 4’
15. Mixtur 5fach 4’
16. Trompete 8’
17. Bourdon 16’
18. Geigenprinzipal 8’
19. Konzertflöte 8’
20. Synthematophon 8’
21. Gedeckt 8’
22. Dolce 8’
23. Salicional 8’
24. Viola d'amour 8’
25. Fugara 4’
26. Flöte 4’
27. Flautino 2’
28. Mixtur 3fach 2’
29. Cornett 8’
30. Clarinette 8’
31. Lieblich Gedeckt 16’
32. Lieblich Gedeckt 8’
33. Prinzipal 8’
34. Quintatoen 8’
35. Violine 8’
36. Voix Celeste 8’
37. Dolce 8’
38. Spitzflöte 8’
39. Flauto dolce 4’
40. Prinzipal 4’
41. Viola 4’
42. Sesquialtera 2 2/3’ + 1 3/5’
43. Piccolo 2’
44. Labial-Oboe 8’
45. Prinzipalbass 16’
46. Subbass 16’
47. Gambabass 16’
48. Quintbass 10 2/3’
49. Oktavbass 8’
50. Violoncello 8’
51. Oktavbass 4’
52. Gedecktbass 16’
53. Bourdon doux 8’
54. Posaune 16’
55. Trompete 8’

Koppeln und Nebenzüge
56. Koppel I. Manual zum Pedal.
57. Koppel II. Manual zum Pedal.
58. Koppel III. Manual zum Pedal.
59. Koppel II. Manual zum I. Manual.
60. Koppel III. Manual zum I. Manual.
61. Koppel III. Manual zum II. Manual.
62. Superoktavkoppel II. Man. z. I. Man.
63. Suboktavkoppel III. Man. z. II. Man.
64. Druckknopf f. Tutti f. d. ganze Werk.
65. Druckknopf f. Forte f. d. ganze Werk.
66. Druckknopf f. Fortissimo f. Manual I.
67. Druckknopf f. Mezzoforte f. Manual I.
68. Druckknopf für Forte für Manual II.
69. Druckknopf f. Mezzoforte f. Manual II.
70. Druckknopf f. Mezzopiano f. Manual III.
71. Druckknopf f. Fortissimo f. d. Pedal.
72. Druckknopf f. Mezzoforte f. d. Pedal.
73. Druckknopf für freie Kombination I.
74. Druckknopf für freie Kombination II.

75. Crescendowalze.
76. Druckknopf für „Walze ab".
77. Druckknopf f. „Handregistrierung ab".
78. Auslöseknopf f. No. 64, 65, 73 u. 74.
79. Auslöseknopf für No. 66 und 67.
80. Auslöseknopf für No. 68 und 69.
81/84. Tritt für No. 64, 65, 73 und 74.
85. Auslösetritt für No. 81 bis 84.
86/87. No. 56 und 59 als Züge.
88. Tritt für „Zungen ab".
89. Schwelltritt zum Schwellkasten für Manual III.
90. Automat. Pianopedal fürs II. Manual.
91. Automat. Pianopedal fürs III. Manual.

Quelle: Helmut Völkl, Orgeln in Württemberg. Neuhausen-Stuttgart: Hänssler, 1986.
Dank an Helmut Völkl für die Genehmigung zur Übernahme auf diese Website

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Innen (4)

 Altar · Kruzifix · Kanzel · Taufstein

 

 

 

Frau Dr. Eva-Maria Kreuz (die im Jahr 2000 ein neues Lichtkonzept für das Schiff entwickelt und realisiert hat - siehe weiter unten) schreibt mir folgende sehr interessante Beobachtung:

Mir ist aufgefallen, dass die Fläche des Altares aus dem
Gestühl sichtbar ist, er ist nicht nur eine Kante wie üblicher-
weise Altäre, die drei Stufen erhöht stehen. Dann habe ich
mit der Wasserwaage gemessen: der Altar und die steinerne Umfassungen sind zur Gemeinde hin geneigt, so dass sie
als Flächen sichtbar werden.         

 

 

 

  

 

 

 

 

 

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Blick zum Altar links die Kanzel, rechts Lesepult

Auf dem Altar: Kerzenständer, Bibel auf dem Bibelpult
Am Altar vorne: Antependium aus Leder mit Perlmutteinlagen
Um den Altar: ovale Einfassung mit Steinsäulen, dazwischen Abschrankungen aus Leder

Kerzenständer

Bibelpult

Bibelpult - Detail: Fuß rechts

Bibelpult - Detail: Rückwand

Antependium aus Leder mit Perlmutteinlagen

Der Kruzifixus in der Stuttgarter Markuskirche steht genau in der Mitte zwischen Kanzel und Taufstein, hoch über dem Altar und vor der Orgel. Er nimmt im buchstäblichen Sinne eine beherrschende Stellung ein. Wer hereinkommt, muß ihn sehen.
Allerdings, so genau wie auf diesem Bild sieht ihn der Kirchenbesucher normalerweise nicht. Zur Majestät dieses Christusbildes gehört auch seine Ferne. Der Architekt Heinrich Dolmetsch und der Bildhauer Hermann Lang haben ein übriges getan, um diese Ferne zu betonen. Sie haben ein Rundfenster in der Apsis der Kirche angebracht, und das Licht dieses Fensters fiel früher von hinten auf den Kruzifixus. So mußte der Betrachter ins Licht sehen, wenn er vom Kirchenschiff auf den Gekreuzigten schaute, und er sah dessen Haupt gleichsam von einer Gloriole umgeben und nur undeutlich.
Heute ist das Fenster zugebaut und der Christus dadurch dem Kirchenbesucher ein wenig näher gerückt. Aber auch aus der Nähe betrachtet, wirkt er majestätisch. Das ist nicht der Schmerzensmann, wie ihn das ausgehende Mittelalter dargestellt hat. Es ist auch nicht der Jesus, mit dem ein Don Camillo seine vertraulichen Gespräche führen kann. Es ist der Herr über Tote und Lebendige, von dem Paulus im 14. Kapitel des Römerbriefes spricht. Er ist der Erlöser, der am Ende rufen wird: Es ist vollbracht.
Es ist nicht so einfach, zu diesem Christusbild ein persönliches Verhältnis zu bekommen. Der Schmerzensmann des Mittelalters und der volkstümliche Christus des Don Camillo machen es da dem Betrachter leichter. Aber vielleicht ist es gerade das Besondere dieses Christusbildes, daß es sich nicht für eine bestimmte Haltung oder für ein bestimmtes Gefühl in Anspruch nehmen läßt. Etwas Unnahbares bleibt, wenn man sich diesem Christus nähern will. Er steht ganz betont in der Mitte, aber er läßt sich nicht festlegen, durch keine Erwartung und durch keine Gefühle. Er legt den Kirchenbesucher andererseits aber auch nicht fest auf ein bestimmtes Christusbild. Es ist deutlich, daß der Blick zu ihm gehen soll. Es ist deutlich, daß die Predigt und das Sakrament von ihm ausgehen. Aber wie Christus ist, milde oder streng, schenkend oder fordernd, das ist in diesem Kunstwerk nicht festgelegt. Kanzel, Altar und Taufstein gehören zu diesem Bild. Die Predigt und der Empfang der Sakramente lassen Christus zu uns sprechen.
So ist der Kruzifixus in der Markuskirche für mich befreiend und ermutigend. Befreiend, weil er viele Möglichkeiten für Prediger und Predigthörer eröffnet. Unter diesen ausgebreiteten Armen haben Schmerz und Trauer, aber auch Glück und Freude Platz. Dieses Antlitz erlaubt Ermunterung und Ermutigung ebenso wie Mahnung und Bußruf.
Ermutigend ist dieser Kruzifixus, weil er die Überlegenheit Gottes zeigt. Die Gewalt und die Ungerechtigkeit können ihn nicht zerbrechen. Sein Leiden ist Leiden nach dem Willen des Vaters, und es dient unserem Heil.
Manfred Müller
Quelle: Festschrift zum 75jährigen Jubiläum 1983

Kruzifix

Kruzifix - Sockel

Die Kanzel

 

Die Kanzel ist bis ins einzelne wie ein Musikinstrument geplant worden. Der Schalldeckel und die Brüstung sollen durch ihre Kegelstumpfformen den auf sie treffenden Schall bündeln, die hohle hölzerne Rückwand ist als Resonanzkörper konzipiert. Auch der seitliche Standort für die Kanzel am linken Chorbogen ist aus akustischen Gründen günstig. Die Kanzel sollte ursprünglich mit Gemälden versehen werden, wurde dann aber mit Relief-Intarsien nach einem Entwurf von Rudolf Yelin d. Ä. gestaltet. Es sind drei Szenen dargestellt: der Sämann, der Herr und Knecht am Feigenbaum und der Schnitter.

Quelle: Website der Kirchgemeinde

Kanzel

Kanzeldeckel

Kanzeldeckel - Detail

Drei Reliefbilder

zieren die Kanzel der Markuskirche: links der Sämann, rechts der Schnitter mit der Garbe, und in der Mitte eine Szene aus dem Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum. Alle drei Bilder sagen etwas aus über die Predigt und den Prediger. Das mittlere Bild hat es mir am meisten angetan. Da steht der Gärtner in Arbeitskleidung mit dem Spaten in der Hand. Er ist kein Tagelöhner, er hat ein wichtiges Amt, und er versieht es mit Würde, das sieht man ihm an. Ihm gegenüber steht der Herr des Grundstücks, durch den reichen Faltenwurf seines Gewandes und durch seinen Charakterkopf als Herr zu erkennen. Zwischen beiden aber steht der Feigenbaum, knorrig und kräftig, im besten Alter, um Früchte zu tragen, aber erträgt nur Blätter.
Um das Schicksal dieses Feigenbaumes geht es in dem Gleichnis, das Jesus erzählt: Drei Jahre ist der Herr des Weinbergs gekommen, um von seinem Feigenbaum Früchte zu ernten. Jetzt ist seine Geduld zu Ende: „Haue ihn ab, was hindert er das Land?", sagt er zu seinem Gärtner. Aber der will den Feigenbaum retten, umgraben will er die Erde und düngen, damit es dem Feigenbaum gewiß nicht fehle an Pflege und Nahrung. Erst, wenn das vergeblich ist, will er den Baum aufgeben. Es ist nicht der Augenblick der Auseinandersetzung, der in unserem Bild festgehalten ist. Nicht Dramatik, sondern Ruhe geht von ihm aus. Die Entscheidung ist gefallen, die Entscheidung für die Geduld, für ein weiteres Jahr. Eine lange Zeit, in der ein Baum blühen und seine Früchte entwickeln kann. Eine lange Zeit, in der ein Mensch sich nicht unter Druck fühlen muß und nicht gewaltsam vorwärts getrieben wird. Gelassenheit, warten können, das kennzeichnet den Gärtner, das kennzeichnet Gott, der uns Menschen Zeit gibt, uns zu entwickeln, Gelegenheiten, unsere Gaben und Kräfte einzusetzen, zu wachsen und zu reifen.
Noch dies Jahr - das ist aber auch eine kurze Zeit, die ganz plötzlich vorüber sein kann. Auf später kann sich da keiner vertrösten.
Weil wir noch ein Jahr haben, können wir es noch einmal versuchen, wir Prediger und wir Predigthörer. Weil wir noch ein Jahr haben, kommt es auf den ersten Schritt an, den wir tun, auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist. Geduld, Langmut, ist Sache Gottes; Gehorsam, Nachfolge, ist unsere Sache.
Gelassenheit und Mut, warten können und Gelegenheiten ergreifen - zu beidem ermutigt mich dieses Bild. Ich muß kein Einpeitscher sein als Prediger, aber ich soll auch nicht den Ernst der Entscheidung verharmlosen. Noch dies Jahr - es ist ein Jahr des Heils, das angebrochen ist. Es soll nicht ungenutzt vorübergehen.
Manfred Müller
Quelle: Festschrift zum 75jährigen Jubiläum 1983

Kanzelverkleidung - Detail

Kanzelverkleidung - Detail

Kanzel - Detail

Kanzelkrone - Detail

Kerzenständer & Lesepult

Lesepult - Detail

Lesepult Sockel mit den Evangelistensymbolen

Altarebene Nordwest-Ecke mit Platz zur Ablage des Taufgefäß-Deckels, davor eine Knie-Bank

Chorbogen - Rosenblattfries (rechte Seite - Taufstein)

Nische mit Taufstein

Die Nische mit dem Taufstein läßt an maurische Schmuckformen denken und ist deshalb so weit hochgezogen, um ein optisches Gleichgewicht zur Kanzel zu bilden. Der obere Abschluß der Nische wird durch die Darstellung der Taube, eine Relief-Intarsie, geziert. Der Taufstein selbst ist mit symbolischen Wassertieren und der Inschrift “Lasset die Kindlein zu mir kommen” geschmückt. Der kupferne Deckel von Adolf Gauger ist mit Ornamenten versehen und trägt die Figur Johannes des Täufers.
Quelle: Website der Kirchgemeinde

Johannes der Täufer

Balustrade mit Taufwasserschale

Taufbecken - Bronzefries & Steinsockel Wassertiere

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Innen (5)

 Konfirmandensaal unter der Orgel - mit direktem Zugang zur Kirche

 Varia: Treppen, Geländer, Bestuhlung, Türen & Türgriffe, Beleuchtung

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Konfirmandensaal (unter der Orgel. Links Türe zur Treppe direkt hinauf zur Kirche)

Durchgang aus dem Konfirmandensaal ins Schiff

Treppenaufgang ins Schiff

Treppenaufgang ins Schiff

Blick Treppe hinab zum Konfirmandensaal

Geländer rechts (Abgang zur Konfirmandenstube)

Geländer links

Geländer im Treppenhaus zur Orgel

Fenster im Treppenhaus zur Orgel

Treppenhaus zur Empore

Türe im Treppenhaus zur Empore Führt auf kleinen Balkon an der Südost-Ecke

Schiff hinten Nordseite Türe zum nördlichen Kirchhof

Türgriffe Türe zum nördlichen Kirchhof

Türgriffe Glastüre zum Windfang Hauptportal innen / Südseite

Türgriffe Glastüre zum Windfang Hauptportal innen / Südseite

Stühle und Bänke

Leuchte im Treppenhaus zur Empore

Leuchte im Aufgang Konfirmandenstube zum Schiff (Sängerpodium)

Leuchten im Treppenhaus zur Orgel

Neue Leuchten im Schiff

Die Leuchten sind dreifach schaltbar: Als festliche Gottesdienstbeleuchtung mit brillantem Licht sind 16 klare Glühlampen auf der Welle angeordnet. Sie sind an eine Lichtsteueranlage angeschlossen. Das brillante Licht der klaren Glühlampen wird reflektiert vom goldenen Lochblech des Leuchtenzylinders. Im unteren Zylinderteil ist ein breitstrahlender Reflektor angeordnet, der das Gestühl beleuchtet. Wände und Gewölbe werden von vier im oberen Zylinderteil angeordneten Kompaktleuchtstofflampen erhellt. Sie dienen als wirtschaftliche Beleuchtung während der Öffnungszeiten der Kirche und als Raumbeleuchtung während aller Veranstaltungen bei Tage. Ihr Licht wird diffus gestreut durch satinierte Glas- scheiben. Der ovale Leuchtenzylinder wird von innen erhellt, wenn die Uplights oder Downlights brennen. Die großen Pendel- leuchten scheinen lichterfüllt und schwerelos über dem Kirchenschiff zu schweben. Zwölfflammige Pendelleuchten über der Empore, Deckenleuchten unter der Empore und in den Seitenschiffen ergänzen die Leuchtenfamilie.
Die grüne Farbe unserer Leuchten haben wir von der erhaltenen Leuchte im Abgang zum Konfirmandensaal übernommen.

Bauherr: Evangelische Markuskirchengemeinde, Stuttgart
Lichtplanung und Leuchtenentwurf: KREUZ + KREUZ, Stuttgart
Leuchtenhersteller: Trieschmann, Rutesheim
Fertigstellung: 2000
Quelle: Website der Architekten Kreuz + Kreuz

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Innen (6)

 Das "Stuttgarter Schuldbekenntnis"

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DIE STUTTGARTER SCHULD-ERKLÄRUNG

VOM 19. OKTOBER 1945

Zur Entstehung und Bedeutung der Stuttgarter Schulderklärung

Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft wurde im August 1945 bei der Kirchenversammlung in Treysa der Zusammenschluss der „Evangelischen Kirche in Deutschland" (EKD) beschlossen.
Im Oktober 1946 tagte der neugegründete Rat der EKD zum ersten Mal, und zwar in Stuttgart. Der Württembergische Bischof Theophil Wurm war Vorsitzender des Rates, Martin Niemöller sein Stellvertreter; weitere Mitglieder waren Hans Meiser, Otto Dibelius, Hans Asmussen u.a.
Eine Delegation des neu entstehenden ökumenischen Rates der Kirchen unter Leitung des Generalsekretärs Willem A. Visser't-Hooft reiste zu dieser Sitzung aus der Schweiz an.
Am 17. Oktober fand in der Markuskirche ein Eröffnungsgottesdienst statt, bei dem Niemöller und Wurm predigten.
Am 18. Oktober fand eine gemeinsame Sitzung von Rat und Ökumenischer Delegation statt. Die ökumenische Delegation forderte eine Äußerung der Kirche zu ihrer Einstellung im Blick auf die Taten der deutschen Nation…
Nun formulierten nacheinander Hans Asmussen, Martin Niemöller und Wilhelm Niesel (Reformierte) ein mündliches Schuldbekenntnis. In einer Antwort nahm die Ökumenische Delegation diese Schuldbekenntnisse an, verlangte aber eine schriftliche Stellungnahme.
Daraufhin beriet der Rat der EKD eine solche schriftliche Schulderklärung. Grundlage dafür waren die Mitschriften der Ansprachen von Niemöller und Wurm vom Eröffnungsgottesdienst in der Markuskirche. Dazu kamen schriftliche Entwürfe von Asmussen und Dibelius.
Schließlich überreichte der Rat der EKD am 19. Oktober die Stuttgarter Schulderklärung der Ökumenischen Delegation. Das Bekenntnis wurde angenommen und der EKD das Vertrauen der internationalen Ökumene ausgesprochen.
Das Bekenntnis wurde in einigen deutschen Tageszeitungen abgedruckt, es kam aber nie zu einer breiteren Veröffentlichung innerhalb der Kirchen der EKD, weder in Mitteilungsblättern noch als Kanzelabkündigung.
Von Anfang an stand die Erklärung im Kreuzfeuer der Kritik. Den einen war das Bekenntnis zu scharf formuliert; sie forderten, das Bekenntnis müsse entpolitisiert werden, oder auch die Ungerechtigkeiten der Alliierten ansprechen (z.B. Otto Dibelius). Andere übten Kritik an den Komparativen »mutiger, treuer, fröhlicher, brennender": Damit erhebe die Kirche den unwahren Anspruch, man habe gegen den Geist des Nationalsozialismus gekämpft, es hätte nur ein wenig mehr sein müssen. Sie forderten ein klareres und konkreteres Schulbekenntnis (z.B. Martin Niemöller, Karl Barth, Helmut Thielicke).
Obwohl das Bekenntnis nur mühsam zustande kam, die Veröffentlichung mangelhaft war und von Anfang Kritik laut wurde, kann gesagt werden, dass die Stuttgarter Schulderklärung von großer Bedeutung war:
- Sie war ein Wort, in dem Kirche politische Verantwortung wahrnahm.
- Sie bildete den Brückenschlag zur internationalen Ökumene nach dem Abbruch der Kontakte im Nationalsozialismus.
- Sie demonstrierte die Entschlossenheit der evangelischen Kirche in Deutschland zum Neuanfang und bildete eine gemeinsame Basis für die zukünftige Arbeit des Rates der EKD.

Januar 2003, Pfarrerin Eva Schury

Quelle: Handzettel "Die Stuttgarter Schulderklärung"
(liegt auf in der Kirche - man vergleiche diese Darstellung mit der in der Festschrift von 1908/1978 [98 KB] , welche wesentlich empathischer formuliert ist)



Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Wir sind für diesen Besuch umso dankbarer, als wir uns mit unserem Volke nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.

Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni Creator Spiritus! (Komm, Schöpfer Geist!)

Stuttgart, den 18./19. Okt. 1945

gez. D. Wurm
Dr. Lilje.
Asmussen DD.
Hahn.
Held.
Lic. Niesei.
D. Meiser.
Dibelius
Dr. Heinemann
Smend
D.Dr. Martin Niemöller.




(Wiedergegeben nach der ersten von der Kirchenkanzlei der EkiD am 24. Oktober 1945 vervielfältigten Fassung)

Stuttgart - Impressum

Evangelische Markuskirche fotografiert am 12.03. + 14.03.2014
(c) 2014 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online veröffentlicht am 08.04.2014

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