Neckartenzlingen - Martinskirche

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"Der Name Martinskirche verweist auf eine Kirche aus der Merowingerzeit. Martinus, der als römischer Soldat Christ und später Bischof wurde, war für das junge Christentum eine bedeutende Gestalt.
Um 600 könnte hier die erste Kirche erbaut worden sein, als Tunzilo, (d.m. "der Stolze") Oberhaupt der hiesigen alemannischen Siedlung, den christlichen Glauben annahm.
1275 wurde die Martinskirche im Konstanzer Zehntregister erstmals schriftlich erwähnt.
Die romanische Kirche war wohl bereits von einer durchgängigen hohen Wehrmauer umgeben, hinter der die Bewohner in Kriegs- und Unruhezeiten sichere Zuflucht fanden.
Die Zahl 1518 am Kirchturm verweist auf den Bau der spätgotischen Kirche in einer wirtschaftlichen Blütezeit des Dorfes (Weinbau, Steinbrüche). Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche im Innern durch drei Emporen vergrößert. 1928 erfolgte eine weitere Umgestaltung.
1969 wurde sie durchgreifend renoviert. Die spätmittelalterliche Baugestalt wurde wieder hergestellt. Die Westempore ist vom Stil der 1960er Jahre geprägt.
Im Inneren der Kirche sehenswerte Ausstattung (Grabmäler, Wandmalerei, Glasfenster).
2007 Beginn der Sanierung der baufälligen denkmalgeschützten Kirchhofmauer."
Quelle: Tafel an der Kirche, gestiftet von: Interessengemeinschaft Neckartenzlinger Ortsgeschichte e.V.

Aktuelle Informationen auf Wikipedia
Informationen auf www.kirchbau.de
siehe auch: Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg"s

Der Kirchenführer (2016) von Walter Stäbler, Erika und Helmuth Kern zum Download auf der Website der Kirchgemeinde
Lesenswert ebenso: Festschrift im Jubiläumsjahr 500 Jahre Martinskirche Neckartenzlingen 2018 (Hrsg. Evang. Kirchgemeinde Ntz)
Erika und Helmuth Kern, Kirche im Dorf · Die Martinskirche in Neckartenzlingen im Wandel der Zeiten (Teil 1) · Neckartenzlinger Geschichtsblätter (12. Beitrag der Schriftenreihe N' Ortsgeschichte) 2020
Nachfolgend wird auch aus diesen Quellen zitiert.

Inhalt

Die Martinskirche von 1518
1275 Erste urkundliche Erwähnung der Kirche
11.11.1487 Weihe der Kirche
1518 Fertigstellung mit Kirchturm
Sehenswerte Ausstattung vor allem im Chorraum.
1534 Württemberg wird protestantisch
1598 illusionistische Malerei an Chorbogen und Fenstern.
1735 Erneuerung der Kassettendecke.
1929 (bis 1969) Deckengemälde (Christus als Weltenrichter) - Maler Berger
1963 Farbfenster von Rudolf Yelin d. J. für den Chor
1969 Letzte umfassende Restaurierung durch Architekt Johannes Wetzel
2012 Umfassende Innenrenovierung
Quelle: Website der Kirchgemeinde

1 · Außen

2.1 · Innen Übersicht

2.2 · Im Schiff - Blick zum Chor - historische Fotos

    • vor Umbau 1929

    • vor Umbau 1969

    • Aufnahme nach 1963, vor 1969

2.2 · Im Schiff - Decke - historische Fotos

    • Blick nach Westen mit Orgel von 1863

      Emporenbrüstung: Grablegung (Adolf Schmid, Ntz)
      Deckenbild: Christus mit den 12. Aposteln und 4 Evangelisten (Berger & Schmid)
      Quelle: Gemeindeblatt 11/12 1930

    • Bemalung der Decke 1929 - 1963

    • Holz-Kassettendecke seit 1969

2.2 · Blick zur Orgelempore

mit der Goll-Orgel von 1863
Zustand bis zur Renovierung 1969

3 · Chorfenster - Rudolf Yelin d. J. (1963 / 64)

Hergestellt in der Werkstatt V. Saile (Stuttgart)

3.1 · Chorfenster links

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Christus mit 11 Jüngern:
Die Bergpredigt

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Heilung eines Kranken

Taufe am Jordan

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Christgeburt

Anbetung der hl. drei Könige

von unten nach oben zu lesen

3.1 · Details

3.2 · Chorfenster Mitte

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Siegeskrone

Abendmahl Brot & Wein - Dornenkrone

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Der ungläubige Thomas

Der auferstandene Christus

Kreuzigung

Der Wächter am Grab

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Vor Pilatus

Judaskuss

von unten nach oben zu lesen

3.2 · Details

3.3 · Chorfenster rechts

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Alpha & Omega

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Saulus erlebt den Auferstandenen

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Steinigung des Stephanus

Pfingsten:
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Ausgießung des heiligen Geistes

von unten nach oben zu lesen

3.3 · Details

4.1 · Chor Gewölbe Schlußsteine

4.2 · Chor Gewölbe Konsolen

4.3 · Chor Epitaph der Familie Spengler

    • Familie Spengler

    • Kinder der Familie Spengler

5 · Crucifix

6 · Die neue Orgel (1978)

Einweihung der neuen Orgel am 08.01.1978

Walter Supper zur neuen Orgel und ihrer Disposition

Es ist so weit; man atmet auf, weil die neue Orgel nun auch ihren Atem hat; die Orgelfirma Oesterle Albershausen hat ihn ihr samt allen organalen Bauteilen eingegeben.

Bei der Neuordnung der Westempore der Neckartenzlinger evangelischen Kirche gingen wir davon aus, daß eine möglichst geschlossene Musizierfläche für Chor und evtl. Orchester bereitgestellt werden müsse. Deshalb kam die Orgel nach links-seitlich, so weit wie möglich nach vorn gerückt, damit sie direkt zur im Kirchenschiff befindlichen Gemeinde klanglich abstrahlen kann, und durch rechts-seitliche Klangöffnungen die auf der Empore Musizierenden dann klanglich stützen kann, wenn die Begleitung durch die Orgel ansteht. Um das Instrument klangvielseitig zu gestalten, wurde ihm zum Hauptwerk (ein Teilwerk der Orgel, das das "Gros" des Klanges stellt) und dem Pedalwerk (hauptsächlich für die Bässe) als drittes Teilwerk ein Schwellwerk zugesellt, das zufolge seiner Schwelljalousien eine besondere klangliche Wendigkeit besitzt. Der Stimmenplan der Orgel lautet so:

Orgel-Disposition

I. Manual Hauptwerk C-g"'

II. Manual Schwellwerk C-g'"

Pedal C-f'

Metallflöte 8'
Harfpfeife 8'
Praestant 4'
Spitzviola 4'
Waldflöte 2'
Sifflöte 1 1/3'
Rauschmixtur 3-4fach

Gedackt 8'
Rohrflöte 4'
Prinzipal 2'
Sesquialtera 2fach
Zimbel 2fach
Hautbois 8'

Tremulant

Subbaß 16'
Violoktave 8'
Fagottbaß 8'

Koppeln II/I, I/P, II/P

Mechanische Traktur, Schleiflade

7 · Im Schiff (Südwand)

    • Hl. Agnes

    • Fenster mit Grisaille-Schmuck

8 · Die Glocken

Große Glocke

Relief: Bild des Kirchenheiligen Martin mit dem Bettler
Inschrift: „Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit".
Außerdem ist darauf zu lesen: „Gegossen 1950 für die im Krieg 1942 abgelieferte Glocke aus den Jahren 1611-1875"
(d.h. sie stammte aus dem Jahr 1611 und wurde 1875 erneuert, bzw. umgegossen; wie viele andere Kirchenglocken musste sie im Krieg abgeliefert werden und wurde eingeschmolzen als Kriegsmaterial).

Mittlere Glocke

ist die mit Abstand älteste. Auf ihr ist zu lesen: „Was könnte schöner sein, ich diene Gott allein. Ach dass mein armer Schall dem großen Gott gefall. Aus Feuer floss ich, nach Neccar-Denzlingen gehör ich. Gottlieb Jakob Rechlen goss mich, Stuttgart Anno MDCCXLVM" (d.h. im Jahr 1747).
Als Motiv ist die Kreuzigung Jesu zu sehen.
Auch diese Glocke war im Krieg abgeliefert worden, konnte aber in Lünen in Westfalen wieder aufgefunden und zurückgebracht werden.

Kleine Glocke

mit der Inschrift:
Ersatz für die Glocke von 1825, die 1917 im 1. Weltkrieg abgeliefert werden musste. Gussmarke der Gießerei Heinrich Kurz, Stuttgart und Datierung 1925

Quelle

Festschrift 2018

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Impressum

Martinskirche fotografiert am 30.07.2008, erneut im März 2024 und März 2025 SDG
(c) 2026 Foto-Kunst Andreas Keller - Ehrenhalde 14, 70192 Stuttgart
Auf Kirchen-Online erst veröffentlicht am 14.02.2012, kpl. revidierte und erweiterte Version am 16.08.2026

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